Am Montag (oh, ich hinke ganz schön hinterher...) ging die Reise also nach Nanaimo, d.h. von Victoria (im Süden) 2h mit dem Bus in Richtung Norden, entlang der Ostküste von

Vancouver Island. Nanaimo liegt mittig auf der Insel und damit im Vergleich zum Mainland in etwa auf Höhe von Vancouver. (Victoria liegt so weit südlich dass das Festland auf der anderen Seite bereits zu den USA gehört)
Ich wurde von Cindy, meiner neuen Gastgeberin, direkt vom Bus abgeholt. Überhaupt wurde ich fast immer überall hingefahren, auch ohne dass man es wirklich will. Und kurz ein paar Daten: Cindy, 31 jahre alt, ist Highschool-Lehrerin an einer Schule die zu 80% von den "Natives", den Ureinwohnern/Indianern, besucht wird. Da hab ich dann auch eher unschöne Dinge zu hören bekommen, nämlich wie die Nat

ives zum Einen sich isolieren wegen ihrem Stamm, zum Anderen wegen den staatlichen Zuschüssen in Reservaten. Hier befinden sich aber keine sozialen Strukturen, was dazu führt das viele arbeitslos sind und von den Zuschüssen leben. Die Kinder haben dort also erstens keine guten Vorbilder und zweitens werden sie auch noch sehr schlecht versorgt. Gleichzeitig lassen sich die Natives aber von der weißen Bevölkerung (inklusive Lehrer) nicht gerne helfen, schließlich haben die sie ja in die miserable Lage gebracht. Das Ganze ist dann sowas wie ein Teufelskreis, der eigentlich nur durchbrochen werden kann wenn alle an einem Strick ziehen würden. Verzwickte Lage.
Am Dienstag habe ich mit Cindy und 3 jungen Couchsurfern, die bei einem a

nderen Gastgeber in Nanaimo untergekommen sind, einen Ausflug nach Tofino gemacht, und nach Cindy ist das der "most beautiful place in Canada". Tofino ist ein kleines Hafenstädtchen und liegt an der Westküste von Vancouver Island. Man fäht also quer durch das Land, und das bedeutet, zwischen Bergen hindurchschlängeln, quer durch den wald - und das 3 Stunden lang! Am anderen Ende erwartet einen der Long Beach, ein wunderschöner Sandstrand, der kein gutes Wetter braucht um zu beeindrucken. Die Atmosphäre ist tatsächlich einzigartig, und es ist wohl wirklich was ganz besonderes, wie hier die kalte Seefront auf den flachen Sandstrand trifft, der immer wieder von Felsen und kleinen Bächlein von der Küste weg durchzogen ist. Das schöne ist, dass durch die Abgelegenheit der Strand nur von ein paar Hand voll Touristen besucht wird. Wie schon gesagt tre

ffen hier Elemente aufeinander... Und wohl am spektakulärsten sind wohl die großen Felsen direkt im Strandbereich, auf denen durch Stürme angeschwemmten, weißen Baumstämme liegen, und auf denen wieder neues Leben entsteht. Zum einen viel Grün, zum anderen findet man in so mancher 1 Quadratmeter großen "Pfütze", auf ein paar Metern Höhe, Dinge die man sonst nur im Meer erwartet (siehe Bild links: Seeanemonen). Das Wetter war trüb bis stürmisch, und da ein Großteil meiner gebildeten Leserschaft Sigur Ros hört, zieh ich auch hier gerne einen Vergleich: wenn ich einsam am Strand entlang gegangen wäre hätte ich wohl am liebsten die melancholischen und bedrohlichen Stücke von der zweiten Hälfte des ()-Albums in den Ohren gehabt. Ich war aber nicht allein, und nebenbei: der mp3 Player ist ohnehin kaputt.

In der Mini-Hafenstadt Tofino gab's dann einige Touristenatt

raktionen wie Whalewatching, heiße Quellen im Meer, Gift-shops... und auch ein paar Kunstgallerien. Eine war ganz besonder beeindruckend, und zwar die von dem Künstler Roy Henry Vickers. Kann man bestimmt auch einiges im Internet dazu finden. Nur ganz kurz: er vereint in sehr stilvoller Weise die traditionelle Haida-Kunst, die sich an den alten Holzschnitzereien orientiert, und westlichen Elementen. Das Schöne an der Gallerie ist (abgesehen davon, dass der Bau sehr schön gestaltet ist), dass unter jedem Bild seine persönliche Geschichte zu dem Motiv steht. As Bilderbeispiele habe ich die Robben-Geburt und "The Creation of Eve" gewählt. Hier entspringt Eva aus der Rippe von Adam. Gott, in chi

rstlichen Bildnissen oft als Möve dargestellt, ist hier auch durch einen Vogel repräsentiert. Inzpiriert fühlte sich der Künstler hier übrigens durch Albrecht Dürer und seine biblischen Motive.
Noch ein kuze Notiz für meine Mutter: in Tofino habe ich auch den Mann getroffen, der noch nach traditioneller Art Kayake baut (war in der ZDF-Dokumentation über Vancouver zu sehen).
Ob jetzt Tofino der schönste Platz in Kananda ist, will ich nun nicht beurteilen... aber wenn man sich mal diese Aufnahme unten aus der Vogelperspektive anschaut: wer will es bestreiten?
4 Kommentare:
Das letzte Bild ist sehr sehr vielversprechend :-)
Zu meiner Überaschung allerdings als *.bmp (nicht geeignet für internet). ;)
Viele Grüße, Florian
Der Ausflug nach Tofino war sicher ein tolles Erlebnis. Die Bilder des Künstlers sind sehr interessant, vor allem die Robbengeburt gefällt mir sehr.
MTVawards 2010
Hi
Wir stimmen wieder absolut nicht überein mit der diesjährigen mtv 2010awards Entscheidung.
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Lady Gaga kann doch wirklich nicht besser sein als ACDC
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Die nächste Verleihung 2011 muss wieder unbedingt um einiges besser werden.
Servus!
Was fuer eine WM! Ist es moeglich, dass die Schweiz jetzt zu den grossen Fussballnationen gehoert?
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Die Weltmeisterschaft ist auf jedenfall jetzt schon besser als die EM 2008
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